Ich rege mich ja nicht sooo schnell auf. *hust* Aber wenn man mich verarschen will (und ich es denn auch tasächlich merke) könnte ich zur rasenden Wildsau werden. Folgender Text wurde heute auf Netzpolitik.org veröffentlicht. Es ist ein öffentliches Statement des Pressesprechers der Deutschen Telekom AG im Deutschlandfunk.
Es tut mir leid, dass ich zwischendurch kommentiere, ich kann es nicht an mich halten. Wer den Text unkommentiert lesen möchte, begibt sich zu www.netzpolitik.org
Naja, dass eine Preiserhöhung, und sei sie noch für so eine kleine Kundengruppe wie in unserem Fall, nicht besonders gut ankommt, hat uns nicht wirklich überrascht.
- KLEIN??? Es betrifft verdammt nochmal JEDEN Kunden der z.B. seine Backups in eine Cloud verschiebt, Podcasts produziert und hört, OnlineGames spielt, demnächst ganz toll mit der neue Xbox zocken möchte wo ja das AlwaysOn-Prinzip eingeführt wird, Videoplatformen nutzt (ja, verdammt ich meine die LEGALEN!) usw. Hätte die Telekom AG gesagt „Hey, wir brauchen nen 10er mehr im Monat damit auch ALLES toll flutscht“ hätte ich gesagt „Naja, shit happens. Komm hier haste.“ Mit Preiserhöhung hat das hier nichts zu tun sondern einzig und allein mit der Datendrossel. Um mal Clemens in etwa zu zitieren: Es ist damit funktional kaputt! Nochmal in aller Deutlichkeit: Mit dieser „kleinen Kundengruppe“ meint er wohl auch User wie mich. Ich nutze nicht mal Bitorrent oder sonstiges. Da der Traffic aber den Down- sowie Upload anrechnet, musste ich feststellen, dass ich locker nach 2 Wochen in Röhre gucke. Die armen YouTuber die auch selber Filme produzieren tun mir jetzt schon leid. Oder auch die Hardcore-Fotografen. Musik in der Cloud? Ne, lass mal! Produktivität in Deutschland wird gerade von dieser echt dilettantischen Entscheidung mitgedrosselt. Aber die hässlichen und echt schlechten Dienste der Telekom… die werden ja immer laufen. Na herzlichen Glückwunsch.
Zudem befinden wir uns natürlich im Vorwahlkampf, in dem Politiker dankbar jedes Thema aufgreifen. Ich denke, für eine richtige Entscheidung sollte man schon einige Tage Medienaufregung aushalten können. […]
Eines kann ich der Telekom AG versprechen. Es werden Monate werden. Die haben noch nie einen Shitstorm mitgemacht glaub ich. Was die Politiker angeht: Ich will doch stark hoffen, dass die Parteien dieses Thema aufgreifen und der Telekom AG in den Arsch treten. Ich befürchte nur, die Telekom AG hat genug Geld und Arbeitsplatzargumente um den wirklich entgegen zu stehen. Ja richtig. Geld hat die Telekom AG ja laut Jahresbericht 2011/2012. Entweder sie haben ihre Investoren, Anteilseigner oder was auch immer beschissen und sie sind wirklich arm dran. Oder sie haben gut erwirtschaftet und damit die von Steuergeldern bezahlte und geerbte Infrastruktur nicht ausgebaut, sondern für ihre eigene Tasche gewirtschaftet. Es soll mich mal niemand falsch verstehen. Ich oute mich mal als Kapitalistenfreund. Wer viel leistet, soll auch dementsprechend bezahlt werden. Wer aber bescheissen will, gehört bestraft. Achja, Thema Ausbau. Wir haben defacto keine Engpässe im Datenverkehr. Wer glaubt dieses Märchen denn noch??? Die Telekom AG denkt, ihre Kunden seien dämlich.
Ich glaube in dieser Debatte wird Netzneutralität quasi mit einer Gratis-Internetkultur verwechselt. Die Telekom steht für das freie und offene Internet, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. (Anmerkung der Redaktion Netzpolitik.org: Zweifel finden Sie im Kleingedruckten in der AGB).
Reguläre Internetdienste werden diskriminierungsfrei behandelt, das gilt für unsere Dienste genauso wie für alle anderen. (Anmerkung der Redaktion Netzpolitik.org: Natürlich alles eine Frage der Definition und des Preises.) […]
Deswegen wird ja auch alles außer Telekomdienste gedrosselt! So ein Schwachsinn zu glauben, die Kunden seien wirklich so dumm. Ich kann für den Sprecher nur hoffen, dass er selbst von seinen Aussagen nicht überzeugt ist. Sonst unterstelle ICH, als Fachmann in Sachen pathologischen Verhaltens, hier eindeutige Grenzdebilität. Sorry für die Entgleisung aber ich hasse es, wenn man versucht mich für dumm zu verkaufen.
Nun wir sind im Vorwahlkampf, wir werden Herr Rösler über die Fakten aufklären und ich bin sicher, in einigen Tagen werden die Fakten und eine sachliche Berichterstattung darüber dann Einzug halten.
Sollte Herr Rösler mit einem gesunden Menschenverstand die Fakten objektiv bewerten, wird er sicher über eine Enteignung nachdenken und sicher nicht der Telekom in den Allerwertesten kriechen. Aber scheisse… die haben ja Geld…und Arbeitsplätze… Nun denn Herr Rösler. Ich bin gespannt. Ich jedenfalls rufe wirklich alles jeden zur Kündigung auf und rate niemanden mehr zur Deutschen Lügendrosselkom zu gehen.
Auf Wiedersehen. Shitstorm awaits! Bitte unterstützt www.netzpolitik.org
